Dienstag, 11. Oktober 2011

Frühkindliche Prägung


Ein Geräusch hat mich geweckt, ich reibe meine Augen und blicke ins Dunkel. Von rechts höre ich flüstern und rascheln.
Ich bin sieben  Jahre alt und liege zuhause in meinem Bett in unserem Schlafzimmer. 
Das Kinderbettchen meiner kleinen Schwester steht neben meinem Bett anschließend, auch an der Wand. Ich flüstere ihren Namen, aber sie antwortet nicht. 
Langsam gewöhnen sich meine Augen an das Dunkel, durch die Fensterläden dringt schwach das Licht der Straßenlaterne von draußen. Auf dem Elternbett bewegt sich etwas. Ich halte die Luft an.
Doch als dich die Stimme meiner Mutter etwas murmeln höre, atme ich beruhigt weiter.
Es raschelt lauter und mein Vater atmet heftig. Das Bett knarrt und Mama stöhnt. Meine Augen können die Schemen ihrer beiden Gestalten ausmachen. Sie liegen aufeinander, Papa bewegt sich und sein Po zeigt in meine Richtung. Mama reckt ihre Beine in die Luft und flüstert seinen Namen.
Was macht er da Liegestütze? Raschelgeräusche, Bettknarren und lautes Stöhnen. Heftiges Atmen, Ächzen, ganz komische Laute und schon wieder das Stöhnen.
Ich rufe: „Mama“.
Plötzliche Stille und dann Papas strenge Stimme: „Schlaf Janet, du hast geträumt“!
Ich bin erschreckt von seinem strengem Ton und ziehe mir die Decke über den Kopf.
Trotzdem schwappt ein unbekanntes kribbliges Gefühl zu mir ins Kinderbett. Ein warmes, ziehendes Pochen  in meinem Magen und es dauert eine lange Zeit, bis mich ein Wirbel wieder nach unten zieht ins Reich der Träume.

Morgens als ich erwache sind sie schon aufgestanden und ich schleiche mich ins elterliche Bett. Unter den Decken ist es noch warm und ich krieche ganz darunter, atme den Geruch meiner Eltern ein und fühle mich ganz warm und kribbelig und denke an vergangene Nacht.

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