Montag, 10. Oktober 2011

leuchten

Ihr steht da – zu dritt und alle drei strahlt ihr mich an. Sie hält seine Hand und lächelt.
Und du gibst mir einen Kuss auf den Mund. Die beiden umarme ich leicht, wie Freunde.
Sie sind ja Freunde, aber ich fühle viel mehr.
Ihr holt mich in der Arbeitsstelle ab und die Kollegen sehen einen Mann und seine Frau und ihr befreundetes Ehepaar. Was sie nicht sehen können ist, dass wir das seltene Privileg erotischer Kommunikation genießen.
So etwas ist in dem gesellschaftlich monogam regulierten Leben nicht vorgesehen.
Vier Menschen, die mehr als nur miteinander sprachlich verkehren. Wir kennen unsere Körper und genießen diese. Er meint, dass man es uns ansehen könne, wie wir dastehen, am Bistrotisch mit den Gläsern darauf und der Musik lauschen. Die Musik nimmt uns mit, der Gesang der drei Bandmitglieder verzaubert uns und wir schauen uns nur ganz kurz, aber tief in die Augen. Leicht streift ein Arm einen Arm, zart liegt eine Hand neben der anderen und kurz liegt die Hand von dir auf ihrem Rücken. Alles in der Öffentlichkeit, für alle sichtbar und doch wie ein Code, nur entschlüsselbar von uns vier.


1 Kommentar:

  1. der reiz des anders sein, das gefühl des ausbrechens aus der normalität. etwas wunderbares.

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